Färberdistel

Die Färberdistel (Carthamustinctorius), auch Saflor, Öldistel, Färbersaflor und Falscher Safran genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Ihre natürliche Verbreitung reicht von Ägypten und Vorderasien bis Mitteleuropa. Heute gibt es Vorkommen in Europa, Nordamerika und Australien. Ihrer ölhaltigen Samen wegen wird sie vor allem als Ölpflanze kultiviert. Daneben ist auch die Nutzung als Färberpflanze möglich.

Die Färberdistel ist eine schnellwachsende, distelähnliche, einjährige, krautige Pflanze.

Sie wird vor allem für das aus den Samen gewonnene Färberdistelöl angebaut, das sehr hohe Anteile an der mehrfach ungesättigten Linolsäure (ca. 75 %) und an Vitamin E hat. Außerdem wird das Öl für die Herstellung von Farben und Lacken verwendet. Die Pressrückstände (Presskuchen) dienen als Tierfutter. Die Ölverarbeitung ist der von Sonnenblumenöl sehr ähnlich.

Als Arzneipflanze gilt die Färberdistel in Asien, insbesondere in China. Die Blütenblätter werden dort für Teeaufgüsse genutzt. In Moldawien wurde die Färberdistel in der Volksmedizin für Abtreibungen verwendet.

Zudem wird sie als Naturfarbe benutzt und hat in der Küche eine positive medizinische Wirkung.

Aufgrund des hohen Preises für Safran wird die Färberdistel auch als Ersatz für dieses Gewürz verwendet. Die Blütenblätter der Färberdistel lassen sich mit bloßem Auge von den fadenförmigen Narbenlappen des Safrans unterscheiden.

Die Färberdistel gedeiht in gemäßigt warmen Regionen wie z. B. in Tabriz (Iran), ist bis etwa −7 °C frosttolerant und hält lange Trockenheit gut aus. Die Ernte erfolgt im Herbst.